Migration als Simulation


Fachbereich: Geschichte & Gesellschaft
Fach: Ethik, Geschichte, Philosophie, Politik, SoWi
Zielgruppe: Sekundarstufe 2
Digitale Kompetenzen: Umgangsregeln kennen und einhalten (Netiquette), An der Gesellschaft aktiv teilhaben, Medien analysieren und bewerten
Zeitbedarf der Materialeinheit: Doppelstunde
Vorbereitungszeit: ca 4 Stunden


Kurzbeschreibung:
In dieser Methode wird die Spielmechanik des Videospiels "Papers, Please!" analog nachgebildet, um den Teilnehmenden verschiedene Perspektiven auf Migration zu vermitteln. Die Teilnehmenden übernehmen sowohl die Rolle der Migrant/*innen als auch von Grenzkontrolleur/*innen.

Wirkungen und Lernziele:
* Empathie für die Beteiligten im Migrationsprozess * Gerechtigkeitssinn schärfen * Kritischer Umgang mit Gehorsam, strengen Hierarchien * Willkür, Machtlosigkeit, Kontrolle erfahrbar machen * Gesellschaftsstrukturen verstehen

Empfehlungen und Tipps:
Rollenverteilung: Ich empfehle eine Adaption, um die unterschiedlichen Perspektive zu vermitteln. Die Teilnehmenden sollten in mehreren Durchläufen die unterschiedliche Rollen einnehmen. Dabei sollten folgende Rollen berücksichtigt werden: Schüler/*in, Kontrolleur/*in, Bildungsministerium. Die Schüler/*innen geben nur ihre Pässe ab und empfangen die Entscheidung für ihren Schulzugang, Kontrolleur/*innen setzen die Vorgaben des Bildungsministeriums um und die Gruppe für das Bildungsministerium setzt die täglichen Regeln fest. Dabei muss beachtet werden, dass die Gruppe der Schüler/*innen deutlich größer sein muss als die anderen, empfehlenswert ist eine Verteilung Schüler/*innen:Kontrolleur/*innen 4:1. Die Gruppe des Bildungsministeriums ist variabel, sollte allerdings nicht umfangreich sein um schnell Regeln setzen zu können. Digitale Spielenutzung: Ich empfehle auch das Spiel "Papers, Please!" selbst einzusetzen. Ungleich der Simulation verdeutlicht dieses auch potentielle Handlungsfolgen und evoziert ein düsteres Szenario in einem fiktiven Post-Sovietischen Staat. Bei Einsatz des Videospiels bietet sich auch ein modularer Aufbau der Methode an. Zunächst sollte die analoge Simulation in der Lebenswelt der Jugendlichen genutzt und reflektiert werden. In einer zweiten Einheit kann durch das Videospiel die Politisierung des Szenarios verschärft werden und noch expliziter diskutiert werden. Durch das Szenario ergeben sich zusätzliche historische Bezugspunkte. Das Spiel ist in der Anschaffung günstig (<10€), für die Umsetzung der Simulation selbst allerdings nicht notwendig.

Empfohlen von:
Martin Fischer: EMAIL - Website

Lizenz:
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